Bye-bye, 2016 - und hallo, 2017 ♥

 Wie einige von euch mit Sicherheit schon wissen, kommt hier traditionell am 31.12. ein Rückblick über mein schriftstellerisches Jahr, in dem ich nochmal alles Revue passieren lasse, was ich so erlebt habe. Irgendwie finde ich es sehr „heilsam“, sich nochmal bewusst zu machen, was sich hinter den vergangenen zwölf Monaten eigentlich im Detail verbirgt – denn das ist in der Regel doch mehr, als einem im ersten Moment einfällt!

Und wenn bisher allgemein ein Jahr den Aufwand wert wäre, dann wohl 2016. Ehrlich gesagt ist das auch mein Problem: Das letzte Jahr hätte einen wahnsinnig episch aufgezogenen, durchgeplanten und formvollendet ausgearbeiteten Rückblick verdient; ein Highlight-Reel der Extraklasse! In der letzten Woche habe ich, glaube ich, vier oder fünf Rückblicke geschrieben, die mir jedoch allesamt nicht gut genug schienen. Irgendwie hat immer was gefehlt und auch nach x Korrekturen war ich nicht wirklich zufrieden damit – keiner von ihnen konnte meinem eigenen Anspruch oder dem Jahr gerecht werden.
Deshalb hier, in aller Kürze, Anlauf Nr. 6: Mein Jahr 2016!

Es war – ein Jahr der Extreme, hoch wie tief. Der Gegensätze. Des Grenzen-Überwindens. Der Orientierung. Wenn ich es unter ein Motto stellen müsste, würde ich sagen: „Neuanfang“.
Das bezieht sich zwar in erster Linie auf mein Privatleben, aber mindestens genauso gut passt es auf meine schriftstellerische Laufbahn: Und zwar musste ich zu Beginn des Jahres aufgrund der kreativen Unzufriedenheit, mit der ich 2015 abgeschlossen habe, für mich erst einmal den Begriff „Schriftstellerin“ neu definieren. Neu abstecken, was ich überhaupt will.
Ich würde sagen, wenn ich dieses Jahr schreibtechnisch etwas gelernt habe, dann, dass es mir wohl immer das liebste Hobby sein wird – aber dabei bleibt es auch. Zwar habe ich lange Zeit – ich glaube, eigentlich so seit der fünften Klasse... x) – immer gesagt, dass ich gerne eine „richtige“ Schriftstellerin werden würde, aber diesen Gedanken habe ich dieses Jahr endgültig verworfen. Zumindest, was das Berufliche angeht.
Denn ich habe bereits 2015 gemerkt, dass ich unter Zeitdruck und eng gesetzten Deadlines einfach nicht arbeiten kann; oder zumindest nicht so, wie ich es gern möchte. Und wenn der Künstler am Ende nicht mit seiner Arbeit zufrieden ist, was taugt sie dann?
Wenn es statt um Kreativität und Spaß an der Freud' eher darum geht, wie man sich marketingtechnisch am klügsten positioniert und dass man bald mal ein neues Buch nachlegen müsste? Gerade hier auf facebook streben die Autoren viel nach „höher, schneller, weiter“ und ich frage mich ernsthaft, wie manche es fertigbringen, im Akkord so viele Texte zu produzieren und pro Jahr zwei, drei Bücher auf den Markt zu werfen... also ich habe für mich gemerkt: Ich kann es nicht. Aber das ist okay – wenn es eben nur das Hobby bleibt.
Auch wenn es mir nicht leicht gefallen ist, meinen Traumberuf der letzten acht Jahre zu verwerfen, stand ich im Januar eben an einem Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass es das nicht ist oder viel mehr nicht werden wird: Mein Beruf.
Beruf, das ist etwas, womit man Geld verdient. Wovon man leben, seine Wohnung finanzieren, sich etwas zu essen kaufen muss.
Und wenn ich daran denke, dass ich bereits in meine bescheidenen Rahmen solche kreativen Hänger hatte, dann mag ich mir gar nicht vorstellen, wie das wohl wäre, wenn meine finanzielle Existenz daran gebunden wäre.
Also nein, Schreiben – in welcher Form auch immer, da gibt es ja viele Möglichkeiten – als Beruf ist definitiv durch.
Dennoch habe ich meinen Wunsch aus der fünften Klasse nicht aufgegeben – denn der lautete damals im Grunde nur „Schriftstellerin sein“. Das hat mich auch zu der Frage gebracht: Ab wann ist man „Schriftstellerin“? Ab wann darf man sich „Autor“ nennen? Ab einem Verlagsvertrag bei einem renommierten Hause? Ab der ersten Veröffentlichung? Ab dem ersten Besteller? Oder ab der ersten beendeten Kurzgeschichte?
Ich glaube, Schriftsteller ist man dann, wenn man gerne schreibt. Wenn man es einfach macht.
Unabhängig davon, ob es jemand liest.
Unabhängig davon, wie viel man verkauft.
Oder wie viele Likes man auf facebook, wie viele follower auf Instagram, twitter und dem ganzen anderen Kram hat.
Oder welchen Rang die eigenen Bücher auf Amazon erreicht haben.
Ob man bei lovelybooks oder KDP oder bei Createspace oder sonst wo einen Preis gewonnen hat oder nicht.
Im Grunde tun wir alle dasselbe – und da lehne ich mich mal so weit aus dem Fenster und sage, egal ob eine Joanne K. Rowling oder mein hochgeschätzter Lieblingsautor Kenneth Oppel oder die von euch, die nur ab und an mal eine Kurzgeschichte zu Papier bringen, die niemand lesen soll, oder eben ich – wir schreiben.
Wir schreiben, weil es uns Spaß macht.
Weil wir das Bedürfnis haben, Geschichten zu erzählen.
(Und weil wir sonst vermutlich vor Fantasie-Überschuss irgendwann einfach platzen würden.)
Aber eigentlich – eigentlich schreiben wir für uns. Weil wir das wollen. Der eine im größeren Rahmen, der andere im ganz kleinen, wieder ein anderer irgendwo dazwischen. Aber alle schreiben wir. Und deshalb – deshalb sehe ich mich weiterhin als Schriftstellerin.

Denn auch wenn ich dieses Jahr kein Buch auf den Markt habe, habe ich Texte entwickelt. Habe an meinem Stil gefeilt, hier und da im Hintergrund ein paar Fäden gezogen und mich ganz dem hingegeben, wonach mir in diesem Moment der Sinn stand. Und wenn ich keine Lust mehr darauf hatte, dann habe ich es liegen gelassen und an anderer Stelle weitergemacht. So auch bei „With The Lights Out“. Wie oft habe ich an dem Projekt gearbeitet und dann doch wieder nicht und dann wieder und dann hach, nee, lieber doch da weiter machen und hier und so... :p
Aber genau so soll es sein! Auch wenn ich weiß, dass ich mit meiner Arbeitsweise marketingtechnisch ein absoluter Albtraum bin, fühlt es sich genau auf diese Art am besten für mich an.
Einem Hobby geht man nach, um sich zu entspannen, um Spaß zu haben, um sich auszuleben. Leider hatte das Schreiben genau diesen Faktor für mich über den letzten Winter verloren.
Aus diesem Grund habe ich mich auch ab dem Sommer und gerade zum Ende des Jahres vermehrt aus den sozialen Netzwerken zurückgezogen – denn ich hatte ehrlich gesagt einfach keine Lust mehr auf das ewige „Kräftemessen“ und unterschwellige Wetteifern. Wenn ich z.B. in Autorenforen lese, wer in welcher Zeit wie viele Wörter schreibt und wie viel Energie in seine Projekte steckt und was alles möglich macht und wieviele Bücher pro Jahr raushaut, dann ist das wohl der größte Motivationskiller, den ich kenne. Letztes Jahr war ich noch bereit, da mitzuziehen, und habe versucht, so viel wie möglich zu schreiben und zu tun und zu machen, aber wie bereits gesagt, endete 2015 für mich in einem kreativen Desaster. Ab Oktober ging gar nichts mehr; und dieser Zustand hielt sich bis Mitte Januar des neuen Jahres – wo ich eben anfing, wieder nur für mich zu schreiben und mich vom digitalen Wettstreit zu distanzieren.
Ich schrieb also, ohne jemandem davon zu erzählen oder es sonst wo zu posten und zu bewerben - Geschichten, die nicht darauf ausgerichtet waren, sich gut zu verkaufen oder die man garantiert mit fünf von fünf Sternen bewerten würde; Texte, die keinem gerecht werden mussten außer mir selbst. Und das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Das war wirklich eine der größten Erkenntnisse des letzten Jahres für mich und seit ich für mich neu abgesteckt habe, welchen Stellenwert das Schreiben für mich in welchem Rahmen einnimmt – geht es mir echt gut damit.
Ich habe den ganzen Sommer damit verbracht, eben solche Kurzgeschichten zu schreiben; die höchstwahrscheinlich nie jemand lesen wird. Gerade auch bei WTLO wurde ich oft gefragt, warum ich denn ein Buch schreibe, um es danach nicht zu veröffentlichen. Welchen Sinn das denn machen würde. Und hier gilt dasselbe wie für die grob... keine Ahnung, zwanzig, dreißig Kurzgeschichten?
Die Antwort ist ebenso simpel wie selbsterklärend: Weil. Es. Mir. Spaß. Macht.
Weil ich diese Geschichten erzählen wollte.
Aber einfach nur just for fun. Back to the roots quasi, denn vor 2014 hat auch niemand etwas von mir öffentlich lesen können. Und ich kann mich nicht erinnern, in dieser Zeit jemals eine kreative Blockade diesen Ausmaßes wie Ende 2015 gehabt zu haben.
Daher lautet einer meiner Vorsätze für das nächste Jahr auch: Schreiben, nicht produzieren.
Da es sich damit für einen Verlag aber nur schwer planen lässt, werde ich vorerst wieder nur eigenständig veröffentlichen. Aber auch das fühlt sich für mich richtig und gut an :)

Mir schwirren zwar besonders momentan eine Menge Ideen durch den Kopf, die ich in der nahen Zukunft gerne umsetzen würde, aber bei welcher oder ob es 2017 dazu kommt – keine Ahnung. Das lasse ich einfach auf mich zukommen. Wenn ich an einem Projekt arbeiten möchte, dann werde ich das tun, und wenn nicht, dann nicht ;-)
Unabhängig davon, was „jetzt mal kommen müsste“ oder so.
(Das heißt natürlich nicht, dass ihr nicht mal ab und an hier oder unter www.lisahaessy.info, wo ich auch trotz ab und an aufkommender Social-Media-Abstinenz bloggen werde, vorbeischauen könnt – so bleibt ihr auf dem neuesten Stand! O:) )

Insgesamt würde ich sagen, dass ich lange nicht mehr mit einem Jahr so zufrieden war wie mit 2016. Es hatte seine Tücken und Tiefen, aber auch so viele schöne Momente, dass ich mich zum ersten Mal seit Langem nicht mehr dem allgemeinen „Man, was war das ein Scheiß-Jahr!“-Zeitgeist anschließen möchte.
Mein 2016 war, mit Fug und Recht, ein tolles Jahr.
Und darüber bin ich sehr froh und vor allem dankbar, denn gerade in der heutigen Zeit ist das nicht selbst verständlich – gerade wenn man in den Nachrichten sieht, wie viel Leid es anderswo auf der Welt gibt.
Ich hoffe natürlich, dass ihr ebenfalls in der Bilanz ein schönes Jahr hattet! Auf dass das ab morgen für uns einfach so weiter geht :)
Und denen von euch, die vielleicht kein so besonders gutes Jahr hatten, wünsche ich mit 2017 ein besseres, entspannteres, glücklicheres. Mit mehr besonderen Augenblicken. Die gibt es immer – man muss sie nur sehen (mein zweiter guter Vorsatz).

Für 2017 würde ich mir ansonsten auf mein Schreiben bezogen hin wünschen, dass meine Muse mir weiterhin hold bleibt und ich auch in den nächsten zwölf Monaten über genug kreative Schaffenskraft verfügen werde. Und wer weiß, vielleicht springt dann ja in absehbarer Zeit sogar wieder was für euch zu lesen bei rum ;)

Aber ansonsten... habe ich keine Ahnung, was mich respektive uns, liebe Leserschaft, mit den nächsten zwölf Monaten erwartet. Ha, wie auch :p
Aber das ist eigentlich auch egal – denn um meine hochgeschätzte Lieblingsband Eisbrecher zu zitieren, die mich dieses Jahr auch zu einer Menge Texte inspiriert haben: „Es kommt, wie es kommt – so oder so“.

Daher: Wer bis hierhin gelesen hat, darf mir gerne in die Kommentare schreiben, wie sein 2016 war und was er sich für 2017 vorgenommen hat oder was euch sonst so einfällt und ihr schon immer mal loswerden wolltet :D
Ich für meinen Teil verbringe den Jahreswechsel ganz entspannt zu Hause – schon alleine wegen meiner (ebenfalls dieses Jahr eingezogenen!) Katze Polly, die den ganzen Firlefanz nun zum ersten Mal erleben wird und von der ich hoffe, dass sie es gut wegsteckt.

In diesem Sinne – einen guten Rutsch!
Bleibt alle gesund und munter und wer mag, liest hier weiter mit und begleitet mich auf meinem schriftstellerischen Weg, egal wie der auch genau aussehen mag... ich würde mich freuen :)

Lisa over and out! :D

P.S. Jetzt sind das schon wieder über 1700 Wörter geworden. So viel zum Thema „kurz“, haha, ich und mein Einschätzungsvermögen für word counts... das wird sich wohl auch nächstes Jahr nicht ändern x)

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